Grünland

Drei unterschiedliche Grünlandarten werden von der Stiftung naturschutzkonform bewirtschaftet. Dabei haben die Standorte unterschiedliche naturschutzfachliche Qualitäten und Funktionen. Auf allen Wiesen und Weiden kommen weder Dünge- noch Spritzmittel zum Einsatz. Das Heu der Mähwiesen dient der zusätzlichen Futterversorgung der Pferde auf dem Hof und auch der Weidetiere im Naturschutzgroßprojekt Senne und Teutoburger Wald. Aufgrund der besonderen naturschutzfachlichen Wertigkeit zu einem vergleichsweise späten Zeitpunkt bestimmt.

Grünlandlebensräume zeichnen sich durch ihre vielseitigen Ausprägungen aus und werden in Mitteleuropa je nach Standortverhältnissen und den örtlichen Traditionen auf sehr unterschiedliche Art und Weise bewirtschaftet. Dadurch hat sich ein breites Spektrum an Grünlandlebensräumen und Biozönosen entwickelt. In gewisser Weise kann man auch auf dem Gelände der Stiftung Hof Brechmann einen kleinen Teil dieser floristischen Vielfalt erahnen, die beispielsweise im Unterschied durch Weide und Mähwiese oder durch unterschiedliche Feuchtegrade bedingt sind. Die Pferdekoppeln zeichnen sich durch eine besondere Dynamik aus, da die Tiere unterschiedliche Areale auch unterschiedlich intensiv nutzen bzw. aus manchen Bereichen auch temporär ausgesperrt werden.

Der grundsätzliche Magergrünlandcharakter der Flächen wird durch vegetationsfreie Flächen und Lägerfluren ergänzt. Naturschutzfachlich wertvolle Pflanzenarten wie das Kleine Filzkraut (Filago minima) oder das Berg-Sandglöcken (Jasione montana) sind dort zu finden. Letzteres ist in der Roten Liste der Farn- und Blütenpflanzen NRW als gefährdet eingestuft.

 

Heideteich

Blick von Westen auf das Grünland „Heideteich“ (Foto: Jürgen Vollmar)

Der Heideteich zeichnet sich durch seine unterschiedlichen Feuchtegrade aus, die ihn zu einer sehr hochwertigen Fläche machen. Von Norden nach Süden nimmt die Feuchtigkeit von einem Dünenzug zu einem Graben, die jeweils von Ost nach West verlaufen, zu. Unmittelbar an der Düne ist ein Komplex aus Silikattrockenrasen und Trockenheide ausgeblidet. In diesem Bereich befindet sich neben der charakteristi-schen Besenheide (Calluna vulgaris) auch die Heide-Nelke (Dianthus deltoides) und der Bauernsenf (Teesdalia nudicaulis), der hier auf den am Hang angerissenen Offenbodenbereichen auf seinem wahrscheinlich natürlichen Standort vorkommt. Weiter südlich erstreckt sich dann ein vom Kleinen Klappertopf (Rhinanthus minor) dominierter Bestand mit Arten wie der Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi). Zum Graben hin wird das Grünland dann immer mehr von Binsen durchsetzt. Neben der Flatterbinse (Juncus effusus) kommt hier auch die Faden-Binse (Juncus filiformis) vor.

 

Teufelsabbis

Der Teufelsabbis (Succisa pratensis) (Foto: Jürgen Vollmar)

Die wertvollste Feuchtgrünlandfläche befindet sich im östlichen Wehrbachtal. Inmitten der Wiese befindet sich zum Wehrbach hin abfallend eine Böschung, die ganzjährig durch Hangzugwasser vernässt wird. Hier gibt es u. a. größere Bestände des Breitblättrigen Knabenkrauts (Dactylorhiza majalis), eine Art die laut Roter Liste der Farn- und Blütenpflanzen des Landes NRW als gefährdet und für die Region Westfälische Bucht als stark gefährdet gilt. Einmal im Jahr wird die Fläche mit einem mobilen Elektrosteckzaun ausgezäunt, um von Mitte März bis Anfang April die Bestände der Echten Schlüsselblume (Primula veris) vor dem Verbiss durch Rehwild zu schützen. Weitere wertgebende Arten sind die Gewöhnliche Schachblume (Fritillaria meleagris), die Braune Segge (Carex nigra), der Teufelsabbiss (Succisa pratensis) und der brennende Hahnenfuß (Ranunculus flammula). Im November werden diese besonderen Flächen aufgrund ihrer Empfindlichkeit und der Hanglage mit einem Freischneider ausgemäht und das Material mit einem Ladewagen abgefahren, da die Flächen von Erlensukzession durchsetzt sind.